Update-Test-Godox-SL-150-II-LED-Dauerlicht

Erfahrungen mit dem Godox-SL-150-II-LED-Dauerlicht

Einsatz in der Food-Fotografie und Videografie. Ein Beitrag für Pixel &Co.

Wir haben das GODOX LED Dauerlicht bald zwei Jahre im Einsatz. Inzwischen haben schon sehr viele Besucher meinen ersten Beitrag zum Test Godox-SL-150-II LED-Dauerlicht gelesen. Eigentlich wollte ich meiner Webseite mit dem Blogbeitrag nur etwas Leben einhauchen, damit die Crawler mich nicht ganz vergessen. Überrascht haben mich die vielen Reaktionen und Rückfragen, bei denen sich die meisten Besucher einen Einblick gewünscht haben, wie wir tatsächlich mit dem Godox-SL-150-II LED-Dauerlicht arbeiten.

 

Ein Godox-SL-150-II-LED-Dauerlicht für alle Arten von Lichtformer – ein Irrtum!

Unser Platz für die Food-Fotografie hat ein Fenster in Richtung Süden. Das ist für gleich bleibende Lichtverhältnisse weniger geeignet. Während des Tagesverlauf müssen wir mit starker Sonneneinstrahlung rechnen. Damit ändert sich der Lichteinfall durch das Fenster ständig. Besser geeignet wäre dafür ein Fenster mit Ausrichtung zum Norden hin.
Um Unabhängig von den Tageszeiten und Licht arbeiten zu können, haben wir uns 2020 für den Test mit dem LED Dauerlicht entschieden. Wichtig war für uns eine Lichtquelle, die flexibel mit den bekannten Lichtformern und Softboxen verwendet werden kann. Das war, aber wie sich herausstellen sollte ein Irrtum!

 

Links im Bild seht Ihr ganz unspektakulär den Aufbau eines Food-Fotografie Sets.

Pixel &Co Studio für Produktfotografie

Von links: Godox-SL-150-II mit Lichtformer, Diffussor-Ebene, Fototisch

Der Aufbau kann natürlich je nach Aufgabe auch Seitenverkehrt aufgebaut werden, um einen Lichteinfall von rechts im Bild zu haben. Die Tiefe kann genutzt werden, um das Licht von hinten für mehr Kontrast zu nutzen oder das Licht von der Seite zu setzen. Im Bild haben wir einen Lichtformer einen sogenannten Verlaufsreflektor verwendet. Die Art des verwendeten Lichtformers ist eigentlich egal und dient nur dazu die austretenden Lichtstrahlen des Godox-Sl-150-II LED-Dauerlicht zu begrenzen.

Softbox

Vorweg sei gesagt, daß eine Softbox zwar grundsätzlich flexibler einsetzbar wäre als unser Lichtformer mit Diffusor, allerdings hatten wir bei unseren Tests mit einem Striplight und einer Oktatbox deutlich weniger Licht zur Verfügung. Die Ursache dafür liegt in der Konstruktion der Softbox. Bevor das Licht austreten kann, wird es im innern mehrfach reflektiert und muss dann noch durch mindestens eine Diffussor-Schicht. Dafür reicht die Leistung des Godox-SL-150-II nicht aus um kurze Belichtungszeiten in der Fotografie zu erreichen.

Lichtformer

Die bekannten Konstruktionen der Lichtformer sind ebenso wie eine Softbox auf ein seitlich austretendes Licht ausgelegt, wie es durch die Ringförmige Blitzröhre bei Studioblitzen entsteht. Bei den LED Dauerlichter sind die LED-Birnen nach vorne ausgerichtet was man bei der Abbildung wie das Licht von der Wand oder im zweiten Bild vom Diffussor zurück gestrahlt wird gut erkennen kann

Jeweils der helle Punkt entspricht dem austretenden Licht aus dem GODOX Dauerlicht. Das Licht ist an der Stelle damit relativ hart wenn es auf das Objekt trifft. Alle anderen Lichtstrahlen werden durch den eingesetzten Lichtformer mehrfach reflektiert und damit diffus wiedergegeben.

Hartes und weiches Licht mit dem Godox-SL-150-II LED-Dauerlicht

Wie kann ich mir die Erkenntnis aus dem Verlauf der Lichtstrahlen, bei der Food-Fotografie zu Nutzen machen?

Hartes Licht kann man mit dem Tageslicht vergleichen. Tageslicht erzeugt durch Sonnenstrahlen, die direkt auf das Objekt treffen. Weiches Licht entspricht einem diffusen Tageslicht bei dem die Sonnenstrahlen mehrfach abgelenkt werden, zum Beispiel durch einen Vorhang im Fenster. In der Food Fotografie arbeitet man gerne mit weichem Licht, um harte Kontraste und Schatten zu vermeiden. Aber es gibt auch Aufgaben, bei denen das harte Licht bevorzugt wird. Die beiden linken Bilder sind mit hartem Licht, ohne Diffusor entstanden. Bei harten Licht wird das Licht meistens nicht direkt, sondern indirekt auf das Objekt zurückgespiegelt. Man nennt das in der Fotografie auch „einspiegeln“. Die beiden rechten Bilder sind mit weichem Licht erzeugt durch die Diffusor-Ebene entstanden.

Mousse-au-chocolate_vegan
Birnenkuchen
Sauerteig Baguette

Wieviel Licht bringt das Godox-SL-150-II LED-Dauerlicht

Wie kann ich mir die Lichtausbeute bei einem 150 W Dauerlicht vorstellen?

Der Aufbau oben erzeugt ausreichend Licht, um die ganze Breite des Sets ausreichend auszuleuchten. Die Lampe ist dann auf 100% manuell eingestellt. Mit eingeschaltetem Lüfter.  Die Beleuchtungsmessung der verwendeten Kamera Nikon Z6, erlaubt dabei Verschlusszeiten zwischen 1/125 sek bis 1/400 sek.
Die weiteren Grundeinstellungen sind ISO 3200, Blende 9-16. Makroobjektiv 105 mm, f2.8. Fotografiert wird aus der Hand oder vom Stativ ausschließlich im Tether-Shooting mit Adobe Lightroom und Livebild. Wir dokumentieren regelmäßig unseren Setaufbau mit dem Smartphone. Wer die Food-Fotografie mit der Kamera in seinem Smartphone fotografieren möchte kommt bei der Lichtausbeute des Godox-SL-150-II-LED-Dauerlicht mit Sicherheit ebenfalls zu guten Ergebnissen.

Videografie mit dem Godox-SL-150-II LED-Dauerlicht

Sehr angenehm aber nur mit dem Beauty-Dish Lichtformer 

In der Videografie verwenden wir weiterhin den Beauty-Dish den wir in unserem ersten Beitrag als erste Wahl beschrieben haben. Das hat sich in der Fotografie sehr schnell geändert, weil das Licht dann doch zu breit über das Set ausgestrahlt wurde. Die Lichtausbeute reicht uns weiterhin mit einer maximalen manuellen Einstellung von 40 % am Godox-SL-150-II-LED-Dauerlicht. In den Bildern seht Ihr die Show-Küche von Silke, die vorwiegend für die Produktionen von den beiden Food-Blogs Rezepte-SilkesWelt.de und Andersbacken.de verwendet wird. Silke positioniert dabei die Videokameras nach Belieben, frontal oder on top und hat überall ausreichend Licht. Dieser Aufbau hat sich damit ebenfalls über die zwei Jahre schon bewährt.

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Erfahrungen mit dem Godox RL 150II. LED-Dauerlicht

LED Dauerlicht mit 150 Watt. Ein Beitrag für Pixel &Co.

Wir haben den Godox SL 150 II inziwschen über drei Monate in der Food-Fotografie und Videografie im Einsatz und sind sehr zufrieden mit der Anschaffung. Wir waren uns unsicher ob diesmal die Lichtleistung ausreichen würde. Die bisher eingesetzten LED Panel waren es nicht. Aber zurück zum Anfang, In der aktuellen Situation, der C-19 Pandemie hat sich auch für uns einiges geändert. Durch die zahlreichen Kooperationen mit Rezepte-SilkesWelt, haben wir unser Studio mit einer Show-Küche und einem Platz für die Food-Fotografie erweitert. Um die Szene besser ausleuchten zu können haben wir nach einem neuen Hauptlicht für die Videografie Ausschau gehalten.

Die Entscheidung fiel nach einiger Recherche auf den chinesischen Hersteller Godox. Dabei war nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis ausschlaggebend, sondern daß das LED Licht in seiner Lichtausbeute und damit verbundenen geringen Lautstärke des eingebauten Lüfters in mehreren Tests und Videos hervorgehoben wurde. Unseren ersten Eindruck von der Verarbeitung und Qualität des Scheinwerfers haben wir in einem kleinen Video festgehalten.

Auspacken und wundern!

Nach dem Auspacken des Godox SL 150 II waren wir ein wenig konstatiert. Die beiliegende Produktbeschreibung und Bedienungsanleitung in Englisch ist ist nur schwer zu verstehen. So haben wir bis heute die weiteren Funktionen des Dauerlichts nicht probiert. Auch die beiliegende Fernbedienung kommt nicht zum Einsatz. Wir benutzen ausschließlich das Dauerlicht. Die Helligkeit kann über das zugehörige Einstellrad auf der Rückseite leicht bestimmt und über das rückwärtige Display leicht abgelesen werden. Den Lüfter der LED Lampe kann man über einen Schalter abschalten. Bei uns ist er im Dauereinsatz, weil fast nicht zu hören. Die Helligkeitseinstellungen haben wir für uns auf 30% bei der Videografie festgelegt. Mehr empfindet Silke als zu hell. Bei der Food-Fotografie setzen wir auf volle 100% Lichtleistung.

Das Dauerlicht haben wir seit Ende Juli im Dauereinsatz. In der Regel produzieren wir drei bis fünf Tage in der Woche neue Videos. Im Anschluss verwenden wir den Godox SL 150 II als Dauerlicht für die Food-Fotografie im gleichen Raum. Als Lichtformer setzen wir einen Beauty-Dish mit 55 cm Durchmesser und silberner Beschichtung ein. Für den Lichtformer haben wir uns ganz bewusst entschieden. Aus der Fotografie Wissen wir, dass er auf Grund seiner Bauweise nahezu Schattenfrei einsetzbar ist. Tatsächlich haben wir bei der Videografie weniger Schatten als von einem flachen LED Panel, welche wir bis dahin verwendet haben. In der Food-Fotografie kommt die Kombination meistens als Seitenlicht zum Einsatz. Gerne auch als Gegenlicht aus der 13 Uhr Position.

Wieso keine Softbox?

Wir haben uns für einen der ältesten Lichtformer, den Beauty-Dish entschieden. Bei der Anordnung der LED-Lampen kommt man schnell zu dem Schluss, dass das Licht vom Godox R150 II gerade nach vorne leuchtet. Im Gegensatz zu den üblichen Blitzlichtbirnen, bei denen das Einstell- und Blitzlicht auch seitlich abgestrahlt wird, scheint der Reflektor, der das eintreffende Licht auf die Form des Beautydish zurück strahlt die bessere Konstruktion zu sein. Leider hatten wir bisher im Studio keinen Blitz mit einem Bowens Anschluss zur Verfügung um diese Theorie zu bekräftigen. Die Ergebnisse und Flexibilität wie wir das Licht richten können, bestätigen aber unsere Kaufentscheidung. Eine quadratische Softbox ist schwerer und braucht mehr Platz als unser Lichtformer. Zudem können wir beim Einsatz mit Seitenlicht sehr gut das aufhellen oder abdunkeln des Hintergrunds bestimmen. Das Gesamtgewicht der Lampe mit Beautydish ist mit Stativ so gering, dass auch die Damen in unserem Studio die komplett montierte Kombination im Raum tragen können.

Dauerlicht und Food-Fotografie

Bei der Food-Fotografie verwenden wir gerne ein Live-Bild mit dem wir den Aufbau der Probs und Leckereien genau bestimmen können. Dabei kommt uns der bedenkenlose Einsatz des Godox SL 150 II mit LED`s entgegen. Wir müssen keine Temperaturentwicklung der Lichtquelle berücksichtigen, die LED´s werden nicht einmal warm. Mit dem Livebild haben wir bei gleichbleibender Lichtstärke eine bessere Kontrolle über die Belichtung und Schatten im Set. Insgesamt unterscheidet sich die Fotografie mit dem Dauerlicht nicht besonders von der mit Tageslicht. Das LED-Dauerlicht steht zu jeder Tages- und Jahreszeit zuverlässig gleichbleibend zur Verfügung. Ein Abweichen der Farbtemperatur im Dauerlichtbetrieb konnten wir bisher nur einmal feststellen. Da wir aber alle Aufnahmen im RAW-Format aufnehmen was das nicht weiter tragisch.

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Gekauft haben wir den Godox SL 150 II// in einem Onineshop
Der Beautydish haben wir aus einem sehr bekannten Onlineshop

Mai 2021 – Wir sind weiterhin begeistert.

Inzwischen haben wir den Godox SL 150 II,  5 Tage die Woche 2-6 Stunden im Dauereinsatz. Die Leistung beschränken wir bei der Videografie auf 40% in Kombination mit einem weiteren Diffussor, der vor den Beauty Dish montiert ist. Bei der Fotografie ist das LED Dauerlicht, weiterhin unsere einzige Lichtquelle mit 100% Lichtleistung. Inzwischen haben wir uns für den Bowens Anschluß am Godox, Adapter besorgt um unser Sortiment an Lichtformern nutzen zu können. Meistens fotografieren wir mit einem Striplight oder sogar hartem Licht um mehr Lichtausbeute zu haben. Mit lichtstarken Objektiven mit einer Offenblende f1.4 -f2.8, arbeiten wir von f5.6 bis f16. Damit erreichen wir mit der Nikon Z6 schon bei ISO 1600 bis maximal ISO 3200 Verschlusszeiten, bei den wir auch mit längeren Brennweiten problemlos aus der Hand fotografieren können.

Spiegellos und Dauerlicht, für uns eine Offenbarung.

Im Dezember 2020 haben wir uns nach längerer Überlegung eine Nikon Z6 Kamera angeschafft. Mit den eingesetzten DSLR Kameras im Studio, eine D700 und D750 waren wir nach wie vor zufrieden. Entweder als Thether Shooting oder als Livebild mit einem Tablet, haben wir mit den beiden Kameras die Produktionen fotografiert. Neugierig waren wir auf diie Eigenschaften der Spiegellosen Technik. Den kombinierten Kontrast- und Phasen Autofokus, hatte ich weniger im Blick als die Live View Eigenschaften des Okulars und Displays. Am meisten hat mich aber die Möglichkeit gereizt den Fokuspunkt deutlich weiter an den Rand des Sensors setzen zu können als es das Meßfeld der DSLR zuläßt.

Mein Fazit, in Kombination mit dem Dauerlicht ist die Spiegellose Kamera eine Offenbarung für mich. Durch die konstante Lichtquelle des GODOX 150 SL 150 II kann ich mich beim einrichten des Sets vollkommen auf die Komposition und den Bildaufau konzentrieren. Jede Einstellung wird mir im Livebild in der Helligkeit zuverlässig angezeigt. Selbst die Kontrolle der Tiefenschärfe, mit der Abblendtaste ist genauer als bei der DSLR. Dadurch dass ich Nikon nun bereits 10 Jahre nutze, ist die Bedienung der Z6 intuitiv. Neu sind die über das Touch Display erreichbaren Menüpunkte die ich mir indivduell zusammengestellt habe. Insgesamt hat mir die DSLM meine Arbeit deutlich erleichtert. Ich bin nicht nur schneller und flexibler bei der Fotografie geworden. Durch das größere Meßfeld haben sich meine Möglichkeiten für den Bildaufbau deutlich verbessert. Das Stativ kommt eigentlich nur noch beim einrichten und beim Stacking zum Einsatz. Die Funktion des Stacking war in der Nikon Z6 ebenfalls neu für mich. Ich nutze sie sehr gerne für längere Leckereien, wobei man bei der Bildmontage die gewonnen Zeit, wieder verliert. Aber auch dafür gibt es bestimmt bald auch eine bessere Lösung.

Meine ausgewählten Arbeiten in der Food-Fotografie finden Sie unter www.axelcollein.de/food-fotografie

Fat-tire-revival

FAT TIRE REVIVAL

 

Wieso ich mich gegen eine Federung und Elektro-Hilfsantrieb am Fahrrad entschieden habe? Ein Erklärungsversuch.

[unbezahlte Werbung] Meine erste Fat Tire Erfahrung hatte ich im Jahr 1990. Damals hatte ich Heidelberg zu meiner Wahlheimat gemacht. Der monatlichen Aufwand für die Miete einer Wohnung in der Stadt war so hoch, daß ich dafür mein Auto verkaufte. Mit staunenden Augen stand ich ungefähr zur gleichen Zeit im einem der modernsten Bikeshops seiner Zeit, der damals seine Räder wie in einer Galerie präsentierte. Aufgeschlossen war ich für diese Mountainbikes aus USA mit den dicken Reifen nicht. Bisher hatte ich doch auf eines der schicken Rennräder gespart, die viel leichter und schneller aussahen. Vorurteile wie Rollwiderstand und Gewicht waren wie eine Blockade in meinem Kopf. Andererseits war ich als Jugendlicher, nachdem ich kein cooles BMX Rad bekam, mit einem umgebauten Kinderrad vom Sperrmüll durch die Wälder gesaust. Diese Fat Tire Bikes sahen nach jede Menge Spaß aus die auch mehr Haltbarkeit im täglichen Straßenverkehr versprachen, als ein Rennrad. Gereicht hat mein Budget dann Anfangs nicht für eines der wunderschönen Germans Cycles aus Heidelberg.

Ein „Heavy Tools Alu comp 2000“ mit mittelmäßiger Shimano Ausstattung und Felgenkneifer als Bremsen, kostete damals auch schon 2000 Mark. Ein harte Gabel und ein ebenso steifer Rahmen aus Alumium mit 2,1 Zoll breiten Stollenreifen und ohne Sattelschnellspanner. Damit bin ich gemeinsam mit der Samstagsgruppe des Bikeshops meine ersten Runden über den Gaiberg gestrampelt. An die erste Abfahrt kann ich mich noch gut erinnern. Die nahm ich lieber mit den Frauen der Gruppe, die den gleichen Weg wie bergauf zurück fuhren. Das was mir die Männer beim Gipfelbier von der bevorstehenden Abfahrt erzählt hatten, war mir unheimlich. Mit ein wenig Überwindung wurde es für mich der größte Spaß und schönste Sport auf zwei Rädern.

Insgesamt bin ich rund 5000 km im Jahr gefahren. Mit dem Studium, Arbeit und Familie wurden die Ausfahrten kürzer und seltener. Nach der ersten einfachen Federgabel mit Elastomer Puffern, kam die nächste Federgabel schon mit Stahlfeder und offenem Ölbad daher. Das erste Fully mit Doppebrückengabel und 100 mm Federweg, war für mich der Einstieg in den Downhill Sport. Ungefähr gleichzeitig mit der Eröffnung des Bikeparks Bad Wildbad im Jahr 2000. Die Federwege wurden länger, die Geschwindigkeiten höher, die Sprünge weiter und die Stürze nachhaltiger. Mit dem Einstieg in die Sportfotografie im Jahr 2009, konnte ich den Kontakt zur Mountainbike Szene ausbauen und war somit eigentlich nur noch als Packesel und Fotograf auf dem Mountainbike unterwegs. Bis Mitte 2014 hatte ich mir einige Custom-Bikes nach meinem Vorstellungen zusammengestellt und meistens selbst aufgebaut. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich in der Not alles verkaufen musste, was mir lieb und teuer war.

29 Zoll und Gravel what?

Inzwischen sind wir im Jahr 2019 angelangt und ich habe die mittelschwere Beeinträchtigung durch einen Schlaganfall im November 2015 ganz gut im Griff. Seit gut einem Jahr kann ich alleine längere Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Sicherheit steigt durch eine gesteigerte Koordinationsfähigkeit und meine allgemeine physische Verfassung. Der Wunsch sich der besten Bewegungsart der Welt, dem Mountainbiken wieder zu widmen steigt nicht nur in der Fotografie. Noch viel mehr war der Wunsch danach wieder gewachsen die Stollenreifen auf losem Waldboden zu erleben. Ich begann damit mich mit der aktuellen Technik der Mountainbikes und Gravelbikes auseinander zu setzen um herauszufinden was für meine Bedürfnisse die richtige Wahl sein kann.

Im Jahr 2012 hatte ich mit dem Fotografen und langjährigen Technik Redakteur des bike magazin Markus Greber, im Rahmen des Lensecape Workshops ein interessantes Gespräch über Hops und Flops der Bike Geschichte. Es waren laute Schenkelklopfer dabei, wie auch die Einsicht dass ich als Endverbraucher auf Empfehlungen der Auflagenstärksten Magazine, jede Menge Geld für Schrott ausgegeben hatte. Die besten Innovationen waren Scheibenbremsen und versenkbare Sattelstützen. Die Federung der Gabel und des Hinterbaus, ist nicht für jeden ein Gewinn, darüber waren wir uns einig. Entsprechend kritisch ging ich an die Sache heran. Schnell war für mich die Entscheidung getroffen, wenn dann nur ein Komplettrad mit 650B also 27,5″ Laufrädern zu ordern. 29″ große Laufräder sind schon aus ästhetischen Gründen von Anfang an kein Kompromiss.

Auf Grund meines Körpergewichts das immer noch nicht wieder die „UHU“ Schallmauer unterschritten hat, war ich auch gegenüber den Standardmäßig verbauten Dämpfer und Federgabeln in den Mountainbikes kritisch eingestellt. Betrachtet man die Herstellerangaben für den empfohlenen Luftdruck der Federelemente, dann endet der bei den meisten bei 85 kg Fahrergewicht. Auch hier wäre für mich ein individueller Umbau auf Stahlfeder und großvolumige Dämpfer sinnvoll, aber teuer gewesen. Viel entscheidender war aber für mich die Erkenntnis als ich 2019 ein vollgefedertes E-MTB beim örtlichen Radhändler ausgeliehen hatte und mit Hilfe des Elektromotors, ohne große Mühe von Heidelberg bis auf den Königsstuhl gekommen bin. Eigentlich toll. Bei der Talfahrt zeigte mir das über fünftausend Euro teure Gefährt schnell meine Grenzen auf. Das Mehrgewicht des E-Bike, bedingt durch Akku und Motor war für mich, mit fehlender Kraft und Schnelligkeit nur schwer zu beherrschen. Dazu kam die sehr weiche Federung die zwar sehr komfortabel agierte, meine Lenkbewegungen wurden jedoch unpräzise umgesetzt und waren mit zunehmnder Geschwindigkeit nur noch schwammig.

Mein Fazit und Kaufentscheidung.

Mein Budget für die Anschaffung eines neuen Mountainbikes, war hoch angesetzt. Die Erfahrung mit dem E-Bike und die Erkenntnis dass sich meine Gewichtszunahme, reduzierte Ausdauer und Schnellkraft nicht durch einen Hilfsantrieb und Federung ausgleichen lassen, brachten mich zurück zum Gravel-Bike. Irgend etwas schickes musste es sein! Vernünftigerweise habe ich dann zuerst mein vorhandenes Rennrad, „Germans Road“ mit dickeren Reifen bestückt um einen weiteren Versuch zu starten. Erneut war der Stahlrahmen ein Gedicht an Fahrkomfort, jedoch war mein Bauch der tief gebückten Sitzposition ständig im Weg und schränkte meine Atmung doch etwas ein. Auch mein Nacken schmerzte nach einer halben Stunde so stark, daß ich zwischendurch freihändig fahren musste um ihn zu lockern.

Auf dem Flairbicyclefestival  in Heidelberg wurde ich auf verschiedene Hersteller aufmerksam, die sich wieder dem Thema Stahlrahmenbau verschrieben haben. Einige wenige Mitarbeiter bei den Ausstellern waren abseits des Mainstream selbst mit ungefederten Rädern im Wald unterwegs und konnten meine Bedenken nachvollziehen. Noch weniger Hersteller hatten allerdings dafür überhaupt aus meiner Sicht eine Lösung anzubieten. Nach dem Besuch des Festivals hatte ich eine genaue Vorstellung davon wie mein Traum-Bike aussehen muss. Ein Hardtail-Stahlrahmen, Laufradgröße 27,5″. Reifenbreite bis 3″. Mit dem dickeren Reifen erhoffte ich mir ein plus an Komfort und Sicherheit. Eine starre Gabel für mehr Präzision und Rückmeldung aus dem Terrain um das Mountainbiken wieder neu zu lernen. Irgendwann surfte ich bei einem altbekannten Hersteller vorbei. MARIN Bikes hatte mit dem Modell „Pine Mountain“ genau meine Vorstellungen im Programm. Für ein sehr gutes Angebot nahm ich die aufgeschweißten Verstärkungsbleche am Steuerrohr des Stahlrahmen in Kauf. Mit der Gewissheit, dass diese meinem Versuch das ideale Bike für den Wiedereinstieg zu finden nicht im Weg standen.

Hatte ich mich zuvor noch entschieden den Rahmen einzeln zu kaufen und individuell zu bestücken, so war ich über mein Entscheidung ein Komplettrad im Internet zu bestellen umso glücklicher. Die Komponenten wie Bremse und Antrieb hatten zwar keine wohlklingende Namen, mit ein wenig Recherche war aber klar dass es sich um Serienteile handelte, für die man vor kurzem noch mit dem aufgedruckten Komponentenlabel mehr bezahlt hätte. Keine schlechte Wahl also. Alle weiteren Einzelteile wie Lenker, Vorbau, Sattel und Stütze sind austauschbar und werden sowieso im Laufe der Zeit durch individuelle Vorlieben ersetzt.

Die vom Hersteller verbaute, einfachste Federgabel von Rock Shox musste einer Stahlgabel von Salsa weichen. Der mitgelieferte Laufradsatz wurde ebenfalls durch einen eigenen Laufradsatz mit NoTubes ZTR-MK3 Felge und Hope Pro-4 Naben ersetzt. Die gewählten Naben haben für mich den entscheidenden Vorteil dass Sie ohne größeren Aufwand auf die unterschiedlichen Einbaubreiten von Rahmen und Gabel angepasst werden können. Der aktuelle Rahmen hat den sogenannten Boost-Standard, der breiter ist als die meisten Rahmen am Markt. Sollte ich mich irgendwann für einen anderen Rahmen entscheiden, ist der teuer erstandene Laufradsatz weitestgehend kompatibel zu dem meisten Fahrradrahmen.

Nachdem alle neu hinzugekauften Komponenten verbaut und zur Probe gefahren wurden, war meine Begeisterung für mein neues Mountainbike bereits groß. Die Lackierung des Pine Mountain entsprach aber gar nicht meinen Vorstellungen. Für eine neue Pulverbeschichtung in Perl-Dunkelgrau entschied ich mich für die Spezialisten in der Fahrrad Lackierung, Götz Pulverbeschichtung in Fellbach bei Stuttgart.

Das neue alte Fahrerlebnis. Mein Fat Tire Revival

Inzwischen habe ich einige hundert Kilometer auf dem Rad zurücklegen können und mich an das Ziel Hausberg gewagt. Die ersten Ausfahrten mit den Original verbauten 2.8“ dicken Reifen waren nachdem ich den richtigen Luftdruck gefunden hatte, zusammen mit dem Stahlrahmen ein Gewinn an Komfort und Spaß. Die Wege führen meist über Asphalt und Schotter, wobei der höhere Rollwiderstand der Reifen die fehlenden Steigungen in meiner Wahlheimat ersetzt. Auch wenn ich immer wieder Kopfschütteln ernte wenn ich mit meiner ureigenen hohen Trittfrequenz an Rennradfahrer und Pedelecs vorbeifahre. Das persönliche Wohlempfinden steht für mich über den Konventionen mancher Mitmenschen, die vielleicht auch nicht ausreichend über ihre eigene Wahl des Fahrrads nachgedacht haben. Die erste Abfahrt auf meinen geliebten Singletrails oberhalb von Heidelberg, war für mich das Fat Tire Revival nach 30 Jahren. Mit dem Unterschied, dass ich mit der Scheibenbremse und den dickeren Reifen wesentlich mehr Sicherheitsgefühl beim Ab-fahren hatte als damals. Im Augenblick möchte ich nur noch ein versenkbare Sattelstütze nachrüsten, das ist Alles.

 

Netz-P

Netz – P|roduktfotografen

 

Die erste Ausgabe Netz-P Magazin und mein persönliches Fazit.

 

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Mit der ersten Ausgabe des Netz-P Magazin, präsentieren sich neun Produkt-Fotografen. Alle haben individuelle Gemeinsamkeiten in der Fotografie, die durch die Blickführung, einen individuellen Stil, besondere Sichtweisen und mit einer bewussten Farbgebung, in den Bildern dargestellt werden.

Das Netz | werk-P, ist entstanden aus den Absolventen, der 3-semestrigen Ausbildung, der Meisterklassse Produktfotografie von Eberhard Schuy. Alle Mitglieder, haben sich 18 Monate intensiv mit der Produktfotografie beschäftigt. Von der scheinbar einfachen Sachaufnahme, bis zum Still Life mit höchsten Ansprüchen an Gestaltung, Handwerk und Fotografie. Ziel war es, nicht nur nette Bilder zu fotografieren, sondern Aufnahmen zu gestalten die funktionieren..

NACHTRAG JUNI 2020 | Im regelmäßigen Austausch in Webinaren, sollten diese Erfahrungen vertieft und gemeinsam weiter entwickelt werden. Das Netz-P stand für mich aber auch für die gegenseitige Unterstützung, Förderung und Schutz der Menschen die von der Fotografie leben. Der nötige Ehrgeiz sich mit regelmäßgen Arbeiten weiter zu entwickeln und die erwartete Solidarität in der Gruppe war unter den Teilnehmern nicht gegeben. Schon alleine deswegen habe ich mich dazu entschlossen, meine Energie und Kreativität nicht weiter in das Netz-P einzubringen. Die anteilig erworbenen Netz-P Magazine biete ich zum Selbstkostenpreis von 18 €/ Stück inklusive Versand innerhalb Deutschland an.

Haben Sie Interesse an einem Exemplar des Netz-P Magazin, dann senden Sie mir bitte eine Nachricht an info@axelcollein.de